Mikro Blockheizkraftwerk (BHKW) für die Energieerzeugung in der eigenen Immobilie

Mikro BHKW im Einfamilienhaus
Ein Mikro BHKW im Keller eines Einfamilienhauses

Bei einem Blockheizkraftwerk handelt es sich um ein System, welches das Eigenheim gleichzeitig mit Wärme und Strom versorgt. Dieses Prinzip nennt man auch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Im Wärmesegment wird das Blockheizkraftwerk parallel zu einem Heizkessel betrieben. Im Strom generierenden Element wird der Eigenverbrauch der Immobilie gedeckt.

Sofern hierbei zu einem bestimmten Zeitpunkt kein Abnehmer bereitsteht, kann die Energie direkt in das öffentliche Stromnetz werden, sodass der „Lieferant“ hierfür eine Vergütung erhält. Beide Wärmeerzeuger sind an das Heizsystem oder an andere Wärmeverbraucher angeschlossen. Auf diese Weise ist, dank moderner Technologien, eine Erwärmung des Heiz- und Trinkwassers im Gebäude gewährleistet.

Vorteile eines Mikro BHKW im Eigenheim

  • besonders effektive Nutzung des Brennstoffes
  • Bedarf an natürlichen Ressourcen stark reduziert
  • geringe CO2-Emmission
  • Minimierung der laufenden Energie- und Heizkosten
  • staatliche Förderung
  • zunehmende Unabhängigkeit vom Stromversorgern und deren Preisen

Nachteile eines Mikro BHKW im Eigenheim

  • hohe Anschaffungskosten bis zu 20.000 Euro
  • gewisse Abhängigkeit vom Rohstoffpreise durch den Betrieb mit Gas oder Öl

Die Kosten für ein Blockheizkraftwerk

Vergleicht man die Effizienz eines Blockheizkraftwerks mit herkömmlichen Heizungssystemen, ist eine weitaus höhere Energieersparnis klar erkennbar. Darüber hinaus wird mit dem BKHW auch noch Strom erzeugt.

Diesen finanziellen Vorteilen stehen vergleichsweise hohe Anschaffungskosten gegenüber. Je nach Blockheizkraftwerk kann der Kaufpreis – je nach Leistungs- und Funktionsportfolio – zwischen 10.000 und 20.000 Euro betragen. Weitere Kosten für die Installation, die Inbetriebnahme sowie die Folge- bzw. Wartungskosten müssen ebenfalls hinzugerechnet werden. Nichtsdestotrotz sollte der Fokus auf der bemerkenswerten Wirtschaftlichkeit eines Blockheizkraftwerks liegen.

Durch den Gesamtwirkungsgrad von mehr als 90 Prozent ist es möglich, die Energiekosten langfristig drastisch zu reduzieren. Will man seine Heizung erneuern, fördert die BAFA den Einsatz von Mikro BHKW.

Auch für die Wartung eines BHKW’s fallen Aufwendungen an. Wer hier sparen möchte, setzt auf die Anschaffung eines Blockheizkraftwerks mit Stirlingmotor. Anlagen dieser Kategorie zeichnen sich durch ihre besondere Wartungsarmut aus. Die durchschnittlichen Wartungskosten bei modernen Anlagen betragen etwa 2 bis 3 Cent je Kilowattstunde.

Informieren Sie sich gerne zu weiteren Themen wie diesen, wie Stromvergleich und Gasvergleich.

Attraktive Fördermöglichkeiten ausschöpfen

Wer die staatlichen Subventionierungsmöglichkeiten für die Anschaffung und den Betrieb eines Mikro Blockheizkraftwerks nutzen möchte, kann sich an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wenden oder sich mit der staatlichen KfW-Bank für eine KfW Förderung in Verbindung setzen.

Die BAFA bietet einen einmaligen Zuschuss für Blockheizkraftwerke mit einem Leistungsvermögen von bis zu 20 kW.
Außerdem bekommen interessierte Verbraucher mit Blick auf das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz einen Zuschlag für den in Eigenregie erzeugten Strom. Diese Zuwendungen werden im Allgemeinen durch den Stromnetzbetreiber ausbezahlt. Die Bezuschussung erfolgt dabei jeweils über einen speziell zu vereinbarenden Zeitraum. Alternativ ist es möglich, die Summe in einem Betrag auszahlen zu lassen. Dies ist jedoch nur dann durchführbar, wenn das Mikro BKHW von der BAFA zugelassen worden ist. Ist das nicht der Fall, besteht kein Anspruch auf Förderungen seitens der BAFA.

Wissenswert für Eigentümer eines Blockheizkraftwerks

Alle Anträge auf Subventionierung, die seit dem 1. Januar 2015 beim BAFA eingereicht werden, werden auf eine noch vielversprechendere Weise gefördert. So werden spezielle Bonusförderungen ausgeschüttet, sofern die Mini-KWK-Systeme als besonders energieeffizient eingestuft werden. Hier empfiehlt sich folglich ein Blick auf die technische Beschaffenheit des jeweiligen Blockheizkraftwerks. Bei der Beantragung der Fördermittel wurden die Anforderungen an die technischen Gegebenheiten der Anlagen überdies zum Teil erheblich vereinfacht. In Anlehnung an die aktuellen rechtlichen Gegebenheiten wird ein Blockheizkraftwerk für ein Ein- oder Zweifamilienhaus, das eine elektrische Leistung von einem Kilowatt aufweist, mit 1.900 Euro gefördert. Vor Inkrafttreten der neuen Regelung im Jahre 2015 betrug die Förderung 1.425 Euro.

Das Blockheizkraftwerk in Alt- und Neubauten

In einem sanierten Altbau ist die Installation eines Blockheizkraftwerks meist von erheblichem Vorteil. Bis vor ein paar Jahren war allerdings der Einbau eines BHKW’s in älteren Gebäuden nur dann wirklich sinnvoll, wenn es sich um Projekte mit einem vergleichsweise hohen Energieaufwand handelte. Seinerzeit wurden vornehmlich Anlagen geboten, die sich durch ein extrem hohes Leistungsportfolio auszeichneten. Seitdem es aber Mini- und Mikro-Blockheizkraftwerke gibt, macht das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung sowohl in Altbauten, als auch in neu errichteten Gebäuden Sinn.

Das Mikro BKHW – so funktioniert es

BHKW Funktionsweise
Und so funktioniert das Mikro MHKW

Der Verbrennungsmotor des BKHW’s gibt Energie bzw. Wärme ab. Diese wird systemintern sukzessive aus dem Motorkühlwasser, dem verwendeten Öl sowie auch aus den Abgasen entnommen und im folgenden Schritt über einen implementierten Plattenwärmetauscher direkt an das Heizungssystem transferiert. Bei dieser Art der Wärmegewinnung spricht man von der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Das dabei zu Grunde liegende Prinzip ist denkbar einfach: So wird zum einen die vom Motor erzeugte mechanische Energie bzw. die Kraft und zum anderen die thermische Energie, welche beim Antrieb des Generators frei wird, genutzt.

Mit einem Mikro Blockheizkraftwerk doppelt profitieren

Ein Blockheizkraftwerk versorgt das Eigenheim gleichzeitig mit Strom und Wärme. Moderne Anlagen dieser Art arbeiten überaus effizient und helfen dabei, die Stromkostenrechnung, Heizkosten, den Energieverbrauch und die CO2-Emission nachhaltig zu reduzieren. Der Verbraucher spart folglich bares Geld im Vergleich zur normalen Ölheizung oder Gasheizung – und zwar langfristig – und auch die Umwelt wird nachhaltig entlastet. Darüber hinaus spricht für sich, dass man sich durch den selbst produzierten Strom zu einem sehr großen Teil unabhängig vom bisherigen Energieversorger machen kann.

Man gliedert BHKW in unterschiedliche Leistungsklassen. So werden zum Beispiel in Ein- und Zweifamilienhäusern in der Regel Mikro Blockheizkraftwerke zum Einsatz gebracht. Ihre Leistung von etwa einem bis zwei Kilowatt deckt den Jahresbedarf an Wärmeenergie sowie einen erheblichen Anteil des Strombedarfs. Auf gewerblicher Ebene oder in Wohnanlagen sind Mini-Blockheizkraftwerke zu empfehlen. Ihr Leistungsportfolio beträgt etwa zwischen 15 kW und 50 kW.

Um zu entscheiden, in welchem Objekt welches Blockheizkraftwerk eingesetzt werden kann bzw. ob sich die Installation generell als sinnvoll und lukrativ erweist, ist eine professionelle Heizungsberatung durch erfahrene Experten unverzichtbar.

Grundlegende Voraussetzungen in Sachen Wirtschaftlichkeit

Inwiefern die Implementierung eines Mikro BHKW im Eigenheim rentabel ist, hängt von mehreren Faktoren ab.

So sollte das Mikro BHKW im Laufe eines Jahres möglichst kontinuierlich im Einsatz sein.
Vergleicht man die Effizienz von Industriekraftwerken mit modernen BKHW’s, so wird eines deutlich: Auf dem Weg vom Energieversorger zum jeweiligen Haushalt geht ein hohes Maß an wertvoller Energie verloren. Dies ist durch die meist sehr langen Leitungen begründet. Im Gegensatz dazu arbeiten Blockheizkraftwerke viel effizienter und umweltschonender. Kostbare Wärme geht so gut wie nicht verloren. Das ökologische System wird durch das umweltbewusste Heizen demgemäß nicht übermäßig beansprucht.

Aus diesem Grund fördert der Staat die Installation von Blockheizkraftwerken und subventioniert die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung. Sicherlich ist die Anschaffung eines Blockheizkraftwerks im Vergleich zu anderen Heizsystemen recht kostenintensiv. Aber durch die staatlichen Fördermöglichkeiten halten sich diese finanziellen Aufwendungen durchaus im Rahmen. Insbesondere die langfristige Verringerung des Energieaufwandes wirkt sich positiv auf die Haushaltskasse aus. Generell lohnt es sich, schon im Vorfeld exakt zu kalkulieren und den Rotstift anzusetzen.

Blockheizkraftwerke in immer mehr Haushalten zu Hause

Die elementaren Bestandteile eines Blockheizkraftwerks sind der Motor, der Wärmetauscher und der Synchrongenerator. Letzterer wird durch den Verbrennungsmotor angetrieben und kann so den 3-Phasen-Wechselstrom bzw. den so genannten Drehstrom mit einer Frequenz von etwa 50 Hz erzeugen.

Die Spannung liegt dabei zumeist bei rund 400 Volt. Der Strom wird zumeist, je nach Gerät, in Eigenregie verbraucht. Erst durch die elektrische Anbindung an das Niederspannungsnetz kann eine vollumfängliche Nutzung erfolgen. So werden Blockheizkraftwerke üblicherweise parallel zum öffentlichen Stromnetz betrieben. Weil aber zusätzlich besagte Synchrongeneratoren vorgeschaltet sind, ist es grundsätzlich denkbar, BKHW’s auch im Netzersatzbetrieb einzusetzen. Sofern die mit dem Blockheizkraftwerk erzeugte Energie nicht benötigt wird, kann sie in das Netz des jeweiligen Energieversorgers eingespeist werden.

Das Blockheizkraftwerk – ökologisch wertvoll und kosteneffizient zugleich

Bei Industrieheizkraftwerken erfolgt die Wärmeweiterleitung über Fernleitungen. Bei einem Blockheizkraftwerk ist das anders. Denn bei BHKW’s findet die Generierung von Energie genau dort statt, wo im selben Zeitraum die anfallende Wärme eben nicht über weitere Strecken transportiert werden muss. Das würde mit einem beträchtlichen Energieverlust einhergehen. Vielmehr sorgt das Blockheizkraftwerk durch seine spezielle Konzeptionierung dafür, dass die Wärme unmittelbar verbraucht wird. Selbst Energieverluste gehören mit einem modernen BHKW der Vergangenheit an.

Insofern ist ein Blockheizkraftwerk ein hocheffizientes und gut durchdachtes System, mit dem man nicht nur für ein gemütliches Zuhause sorgen und Geld sparen, sondern zugleich die Umwelt erheblich entlasten kann.

Längst wird deutschlandweit ein Großteil des produzierten Stroms in so genannten Kondensationskraftwerken hergestellt. Die Wärmeenergie wird dabei über eine speziell konzeptionierte Dampfturbine in elektrische Energie umgewandelt. Zu beachten ist, dass der Wirkungsgrad im Vergleich zu gängigen Kraftwerken bei unter 40 Prozent liegt. Das wiederum bedeutet, dass sage und schreibe über 60 Prozent der eingesetzten Energie ungenutzt als Abwärme an das Öko-System abgegeben werden. Ein Blockheizkraftwerk hingegen nutzt die Abwärme gezielt und kann damit den gesamten Wirkungsgrad insgesamt erheblich steigern. Ein bemerkenswerter Aspekt, der die hohe Umweltorientiertheit und die Kosteneffizienz von Blockheizkraftwerken unterstreicht.

Fazit

Bevor man sich für die Anschaffung eines Mikro Blockheizkraftwerks entscheidet, ist es wesentlich, eine zielorientierte Wirtschaftlichkeitskalkulation durchzuführen. Ist aber eine solide und kontinuierliche Auslastung des BHKW’s gewährleistet, werden sich die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten schon nach ein paar Jahren amortisieren. Wenn Sie sich generell für effiziente und umweltbewusste Heizsysteme interessieren, finden Sie auf unserer Seite weitere Informationen zu folgenden Themen:

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