Umweltbewusst heizen: Wann die Modernisierung der Heizungsanlage sinnvoll ist

Frau spart durch Erneuerung der Heizung
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Alte Heizungsanlagen schädigen die Umwelt und wirken sich nachteilig auf die Heizkosten aus. Eigentümer und Hauskäufer, die eine ältere Bestandsimmobilie erwerben, stehen vor der Frage, ab wann sich die Sanierung der Heizungsanlage lohnt. Laut Hersteller sind Heizungsanlagen zwischen 20 und 25 funktionsfähig. Doch entsprechen derart alte Heizungsanlagen nicht mehr den heutigen Energieanforderungen und Grundlagen des Umweltbewusstseins.

Grundsätzlich können Eigentümer davon ausgehen, dass eine Heizung mit einem Alter von mehr als 10 Jahren durch eine umweltschonende, emissionsarme und verbrauchssparende Heizungsanlage ersetzt werden sollte. Laut Statistik sind fast zwei Drittel aller in deutschen Häusern und Wohnungen installierten Heizungsanlagen veraltet und dementsprechend nicht energieeffizient.

Durch eine Modernisierung der Heizungsanlage lassen sich die Betriebskosten nachhaltig senken und die Wärmeerzeugung umweltbewusst realisieren. Die zeitlichen, auf das Alter der Heizung bezogenen Angaben sind pauschal.

Grundsätzlich sollten Eigentümer über eine Modernisierung der Heizung nachdenken, wenn die Energieeffizienz im gelben, im orangen oder gar im roten Bereich liegt.
Aufschluss darüber gibt der Energiepass, der jedem Käufer einer Immobilie vorgelegt werden muss.

Heizungsanlage austauschen – Tipps für mehr Energieeffizienz

Unter allen Sanierungsmaßnahmen gehört die Modernisierung der Heizungsanlage zu den Projekten, die sich am nachhaltigsten auf die Umwelt und den Geldbeutel auswirken. Die wirtschaftlichen Auswirkungen älterer Heizungen sind nur ein Grund, der den Eigentümer über eine Modernisierung nachdenken lassen sollte. Der Umweltaspekt ist ebenso wichtig und sollte nicht vernachlässigt werden.

Laut Energiesparverordnung sind Eigentümer beim Verkauf zur Bereitstellung eines Energiepasses verpflichtet. Dieser sieht einen Zeitraum ab dem Erstellungszeitpunkt vor, in dem die veraltete Heizungsanlage ausgetauscht und durch eine neue, energiesparende und umweltbewusste Heizung ersetzt werden muss.

Während es bei Heizungsanlagen der Energieeffizienzklasse A bis C Spielraum gibt, sind Eigentümer ab Effizienzklasse D zu einer umgehenden Modernisierung der Gesamtanlage angehalten.

Je nach Brennmaterial vorher und nachher kann sich die Sanierung der Heizung auf den primären Austausch der Anlage, aber auch auf den zusätzlichen Wechsel der Rohre und Heizkörper beziehen. Die Erneuerung der Heizungsanlage ist mit höheren Anschaffungskosten für den Kauf und die Installation verbunden. Ein Vergleich verschiedene Modelle und Systeme lohnt sich, da sich die Amortisierung der Sanierung je nach Brennstoffpreis und Energieverbrauch nach einem Jahr oder erst nach einem längeren Zeitraum einstellt.

Dem unweltbwusst Heizen steht damit nichts mehr im Wege. Auch ein Stromvergleich ist sinnvoll, wenn man über grüne Energie nachdenkt.

Die alte Heizungsanlage – Komplettsanierung oder Austausch des Kernmoduls?

Eine pauschale Empfehlung, ob die komplette Anlage oder nur das Heizsystem selbst getauscht werden sollte, kann nur ein Energieberater vor Ort geben. Im Allgemeinen ist davon auszugehen, dass bei Heizungen mit einer Betriebsdauer von mehr als 15 Jahren eine vollständige Sanierung sinnvoll ist. Auch die Umrüstung auf erneuerbare Energien setzt voraus, dass die Komplettsanierung erfolgt und das gesamte im Haus installierte Heizsystem erneuert wird.

Soll der bisher genutzte Brennstoff auch zukünftig verwendet werden, also erfolgt der Austausch einer alten gegen eine neue Öl- oder Gasheizung, müssen die Heizkörper und Rohre nicht zwangsläufig saniert werden. Ratsam ist diese Orientierung allerdings, wenn es sich zum Beispiel um veraltete Rippenheizkörper und alte Heizungsrohre handelt.

Die Planung einer Heizungssanierung sollte nach drei grundlegenden Aspekten erfolgen:

  1. Welche Energie soll zukünftig verwendet werden?
  2. Eignen sich die Heizkörper für eine Umstellung des Heizungssystems?
  3. Wie hoch ist die Differenz des jetzigen Energieverbrauchs in Gegenüberstellung zum Verbrauch nach der Sanierung?

Um eine Fehlentscheidung auszuschließen, sollten Eigentümer und Hauskäufer abwägen, welcher Anschaffungspreis für die Komplettsanierung anfällt und welcher Betrag für eine reine Erneuerung der Anlage ohne Heizkörper und Rohre veranschlagt wird. In den meisten Fällen lohnt sich die Komplettsanierung, werden die Effizienz und die Betriebskosten perspektivisch betrachtet.

Welche Heizungsanlage ist besonders energieeffizient und langlebig?

Pelletheizung als Heizungserneuerung
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In einem reichhaltigen Angebot an Marken und Heizsystemen fällt es nicht einfach, automatisch und ohne entsprechende Beratung die richtige Entscheidung zu treffen. Fakt ist, dass eine neue Heizungsanlage sowohl energieeffizienter, umweltschonender und langlebiger als ein älteres Modell ist.

Steht die Kosteneinsparung im Betrieb im Fokus, zahlen sich erneuerbare Energien und natürliche Ressourcen aus. So erzielen Eigentümer mit einer Scheitheizungsanlage die größte wirtschaftliche Effizienz, da der Holzpreis in Gegenüberstellung zu allen anderen Rohstoffen am günstigsten ist.

Energieeffizient und umweltschonend sind Pelletheizungen. Um dieses Heizsystem zu verbauen, muss allerdings ausreichend Platz für die Anlage, die Fördervorrichtung und die Lagerung des Brennmaterials vorhanden sein. In einem unterkellerten Eigenheim erweisen sich Pelletheizungen als praktische und perspektivisch gewählte Lösung. Der Anschaffungspreis liegt bei Pelletheizungen im fünfstelligen Bereich, während er bei einer Öl- oder Gasheizung bei 3000 bis 5000 Euro beginnt und somit in der Einmalbelastung bei Sanierung weniger zu Buche schlägt. Dafür sind die Öl- und Gaspreise volatil und die Betriebskosten dieser Heizungsanlagen befinden sich über den Ausgaben, die beim Heizen mit erneuerbaren Ressourcen anfallen.

Die Heizungsanlagen im Überblick:

Heizungsanlage Vorteile Nachteile
Scheitheizung/ Holzheizung
  • Holzpreis im Vergleich zu allen anderen Rohstoffen am günstigsten
  • umweltbewusst und sehr gute Klimabilanz
  • hohe Anschaffungskosten
  • schwankende Brennstoffqualität
Pelletheizung
  • nachwachsender heimischer Rohstoff
  • stabile Preise
  • benötigen sehr viel Platz
  • hohe Anschaffungs- und Einbaukosten
Öl- und Gas-Heizung
  • Anschaffungspreis niedriger als bei Pelletheizungen
  • stark schwankende Preise
  • Betriebskosten höher als bei Heizungsanlagen mit erneuerbaren Energien

Worauf es bei der Auswahl des Wärmespeichers ankommt

Zu den beliebtesten Heizungen im Eigenheim zählen der Kamin oder der Speicherofen. Die lange Wärmehaltung senkt den Materialaufwand und die damit verbundenen Kosten, wie auch die in die Umwelt abgegebene Emission. Generell sollte die Heizungsanlage grundsätzlich an den baulichen Aspekten des Hauses orientiert werden.

Eine moderne, energiesparende und umweltbewusste Heizung mit Wärmespeicher ist nur dann wirklich sinnvoll, wenn das Objekt über eine entsprechende Wärmedämmung verfügt und auf dieser Basis die höchstmögliche energetische Effizienz erzielt.

Hier sind Beratungen von Energieexperten hilfreich und beleuchten verschiedene Möglichkeiten, die in der Auswahl des Wärmespeichers bedeutsam und in der Senkung der Betriebskosten wirtschaftlich sind.

Vorteile der Heizungsmodernisierung

Die Modernisierung veralteter Heizungsanlagen bringt eine ganze Bandbreite an Vorteilen mit sich. Die Verbrauchskosten werden dauerhaft gesenkt, so dass man zukünftig ohne Sorge um die Heizkosten für angenehme Wärme sorgen kann. Weiter sind Sanierungen älterer Heizungen ein wichtiger Faktor zum Umweltschutz und der Verringerung der CO2 Emission.

Mit dem Austausch veralteter Systeme sinkt das Risiko von Heizungsausfällen oder kostenintensiven Reparaturen, die im Rahmen einer Wartung ermittelt und im Anschluss vorgenommen werden. Hersteller von Heizungsanlagen gewähren laut Gesetz 2 Jahre Garantie auf das Produkt und den wartungsfreien Betrieb. Eigentümer die sich einen umfassenden Service sichern möchten, können eine Garantieverlängerung zukaufen und sich so 5 Jahre lang direkt vom Anbieter betreuen lassen. Auf lange Sicht bringt die Heizungsmodernisierung ausschließlich Vorteile und sollte daher bei allen Anlagen, die älter als 10 bis 15 Jahre sind, in Erwägung gezogen werden.

Vorteile im Überblick:

  • dauerhafte Senkung der Heizkosten
  • Umweltschutz und Verringerung der CO2-Emission
  • Niedrigeres Risiko von Heizungsausfällen oder kostenintensiven Reperaturen

Nachteile der Sanierung einer Heizungsanlage

Eine Umstellung auf moderne Heizungen bringt im Regelfall keine Nachteile mit sich. Die einzige Problematik, einhergehend mit der geplanten Sanierung der Heizungsanlage sind die Anschaffungskosten. Diese variieren nach Brennmaterial und Objektgröße, sowie anhand des Sanierungsaufwands. Wird eine Ölheizung ausgetauscht, kostet das Heizmodul ohne Heizkörper und neue Rohre ab 3000 Euro aufwärts. Mit den gleichen Kosten können Eigentümer bei der Sanierung einer Gasheizung rechnen.

Kostenintensiver wird es, wenn es um die Installation einer Pelletheizung oder um einen vollständigen Umbau, beispielsweise von einer Ölheizung auf eine Holzheizung geht. Die Erneuerung der Wärmequelle ist nachteilsfrei, sofern sie richtig geplant und in den Sommermonaten umgesetzt wird. Muss die Heizung aufgrund eines schwerwiegenden Defekts im Winter gewechselt werden, lässt sich der Nachteil mehrtägiger Kälte im Haus nicht von der Hand weisen. Um dieses Problem zu umschiffen, sollten Wartungen der Heizung grundsätzlich vor Beginn der kalten Jahreszeit erfolgen und die Möglichkeit schaffen, vor Wintereinbruch eine Sanierung der Anlage vorzunehmen.

Nachteile im Überblick:

  • Anschaffungskosten
  • Aufwand der Anschaffung

Mit welchen Kosten die Heizungsneuanschaffung einhergeht

Die Kosten sind von unterschiedlichen Einflüssen abhängig. Dennoch sollte man überlegen, ob die vollständige Sanierung der Heizungsanlage inklusive einer Prüfung der Hausdämmung ratsam ist. Für die Sanierung von Heizungen sind günstige Kredite über die KfW-Förderung oder die BAFA möglich, wodurch eine derartige Maßnahme auch kurzfristig und mit Tilgungsvorteilen planbar ist.

Hier gilt: Je energieeffizienter die Heizungsanlage und die Immobilie nach der Sanierung sind, umso höher ist die Bezuschussung.
Wird allein die Therme gewechselt, müssen Eigentümer bei Öl- und Gasheizungen mit 3000 bis 5000 Euro, bei Pelletheizungen mit 10.000 bis 15.000 Euro rechnen. Sollen die Rohre und Heizkörper ebenfalls modernisiert werden, richtet sich der Anschaffungspreis nach der Anzahl der Heizungen und der Gesamtlänge der Rohre in Metern.

Wer sich verschiedene Angebote einholt und unterschiedliche Heizungsanlagen vergleicht, kann bei der Anschaffung bares Geld sparen und seine Betriebskosten zum geringstmöglichen finanziellen Einsatz dauerhaft senken. Die Erneuerung veralteter Heizungen erfolgt immer mit dem Blick auf den umweltbewussten und kostensenkenden Betrieb. Allein aus diesem Grund sollten Eigentümer überlegen, ob sie bei der Sanierung auf eine neue Ressource umstellen und fortan mit biologischen Rohstoffen heizen.

Auch die Kombination der Heizungsanlage mit einer Photovoltaikanlage zahlt sich aus, da man fortan einen nicht zu unterschätzenden Anteil an Energie selbst erzeugt und die Kosten für Heizmaterialien senkt.

Fazit: Anschaffungspreis der neuen Heizung zahlt sich durch Betriebskostensenkung aus

Ehe sich die Sanierung der Heizungsanlage amortisiert, geht der Eigentümer in Vorkasse. Der Anschaffungspreis ist eine größere Ausgabe, die potenzielle Hauskäufer am besten direkt in die Finanzierung der Immobilie einbeziehen. Hier lässt sich grundsätzlich sagen, dass man die Sanierung der Heizung direkt einplanen sollte, wenn die Anlage im favorisierten Objekt älter als 10 Jahre ist.

Eigentümer von Bestandsimmobilien sollten die Heizungsmodernisierung ebenfalls als wichtige Basis betrachten, um die Umwelt zu schonen und beim umweltbewussten Heizen gleichzeitig für eine Senkung der Betriebskosten zu sorgen. Je nach Anschaffungspreis und Verbrauch kann sich der finanzielle Vorteil bereits nach einem Jahr zeigen.

Der Umweltvorteil stellt sich sofort nach der Erneuerung der Heizung ein. Abgeraten wird vom Kauf gebrauchter Heizungsanlagen, auch wenn diese auf den ersten Blick günstiger und energieeffizient sind.

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